Bild oben: Complejo Voss
Gesamtareal Bellaventra – Complejo Voss, Wohnstadt und Infrastruktur
Das Projekt rund um Bellaventra ist von Anfang an wesentlich größer als ein einzelnes Privathaus. Ab 2002 entsteht hier ein vollständig geplanter neuer Stadtteil, der den Complejo Voss, die Wohnungen für die Angestellten von Bellaventra, Schulen und Kindergärten, große Park- und Grünanlagen, Straßen sowie eine weitgehend eigenständige technische Ver- und Entsorgungsinfrastruktur umfasst.
Das gesamte erworbene Gelände erstreckt sich von der Autobahn aus auf der einen Seite ungefähr 4,75 km, auf der anderen ungefähr 1,25 km und besitzt eine Breite von rund 1,2 km. Für die Grundstücke werden 2002 insgesamt etwa 423 Millionen Euro bezahlt.
Complejo Voss
Wer von der Autobahn in Richtung Bellaventra fährt, erreicht zunächst den Complejo Voss.
Die erste Ausbaustufe besteht aus drei sehr langgestreckten, jeweils zweigeschossigen Gebäuden. Jeder Baukörper ist ungefähr 500 m lang und 21 m breit.
Zwischen den einzelnen Gebäuden liegen jeweils rund 50 × 20 m große Freiflächen. Die Baukörper sind nicht durch gewöhnliche geschlossene Korridore verbunden, sondern durch eingeschossige, großzügig verglaste Verbindungselemente, die eher wie elegante Wintergärten wirken.
Unter einem Teil des Komplexes befindet sich ein Parkhaus. Zusätzlich gibt es links und rechts der Gebäude weitere Parkflächen. Vor dem Complejo Voss befindet sich außerdem ein Hubschrauberlandeplatz.
Diese erste Stufe umfasst insgesamt ungefähr 65.000 m² und kostet etwa 628 Millionen Euro. Sie stellt jedoch nur ungefähr ein Viertel des später vorgesehenen gesamten Complejo Voss dar.
Der Campus ist bewusst außergewöhnlich großzügig geplant. Langfristig wird mit rund 42 m² Fläche je Beschäftigtem gerechnet. Deshalb besteht der Complejo Voss nicht nur aus Büros und Arbeitsplätzen.
Zum Campus gehören auch zahlreiche:
- Meeting- und Konferenzräume,
- Fitnessbereiche,
- Social Spaces,
- Aufenthaltsräume,
- Ruheräume,
- Gemeinschaftsbereiche,
- großzügige Verkehrs- und Grünflächen.
Das Prinzip orientiert sich an den sehr weitläufigen Unternehmenscampus-Konzepten großer Technologieunternehmen: Die Mitarbeiter sollen sich während des Arbeitstages nicht ausschließlich zwischen Arbeitsplatz und Kantine bewegen, sondern zahlreiche zusätzliche Räume für Kommunikation, Erholung und Bewegung zur Verfügung haben.
Nach dem vollständigen Ausbau sollen im Complejo Voss etwa 6.365 Menschen arbeiten.
Die Architektur ist im weitesten Sinne mediterran geprägt, wird aber an Uruguay angepasst. Trotz der enormen Dimensionen soll der Campus nicht wie ein nüchterner Industrie- oder Büropark erscheinen.
Spätere Erweiterung des Complejo Voss
Die für 628 Millionen Euro errichtete erste Stufe bildet lediglich rund 25 Prozent des langfristigen Gesamtprojekts.
Später werden drei weitere große Komplexe errichtet, sodass die ursprüngliche Anlage schließlich auf ihre vorgesehene Gesamtgröße anwächst.
Für diese zusätzlichen drei Viertel werden nochmals ungefähr 2,828 Milliarden Euro investiert.
Diese spätere Erweiterung gehört nicht zum ursprünglichen ersten Bauprogramm, sondern erfolgt als eigene weitere Ausbauphase.
Der Übergang vom Unternehmenscampus zum Wohngebiet
Zwischen dem Complejo Voss und den ersten großen Wohnbereichen liegen Parkplätze sowie eine ungefähr 250 m lange Park- und Grünanlage.
Dadurch geht der Unternehmenscampus nicht unmittelbar in die Wohnbebauung über. Zwischen beiden Bereichen entsteht eine großzügige grüne Übergangszone.
Danach beginnen die langen Straßenzüge mit den Wohnungen für die Beschäftigten von Bellaventra.
Die Angestelltenwohnungen von Bellaventra
Die Wohnanlagen sind ausschließlich für die Angestellten von Bellaventra vorgesehen.
Sie sind ausdrücklich nicht für die Mitarbeiter des Complejo Voss bestimmt.
Insgesamt entstehen 2.450 Wohneinheiten für die Beschäftigten von Bellaventra. Dort wohnen sowohl uruguayische als auch ausländische Mitarbeiter.
Hugo lässt diese Wohnungen nicht nur bauen, um dem Personal einen extrem kurzen Arbeitsweg zu ermöglichen. Die Wohnqualität ist bewusst hoch angesetzt. Sein Grundgedanke ist, dass Menschen, die täglich in dem außergewöhnlichen Luxus von Bellaventra arbeiten, selbst ebenfalls sehr ordentlich und komfortabel wohnen sollen.
Die Wohnungen verfügen deshalb unter anderem über:
- Klimaanlagen,
- Fußbodenheizung,
- hochwertige deutsche Fenster,
- moderne Küchen und Badezimmer,
- hochwertige Materialien und Ausstattung.
Die Wohnanlagen wirken nicht wie klassische Personalunterkünfte, sondern wie ein elegantes, hochwertiges Wohnviertel.
Die langen Reihenhausstraßen
Ein wesentliches Element des gesamten städtebaulichen Konzepts sind die langen Reihenhauszeilen.
Auf beiden Seiten der Straßen stehen zusammenhängende Häuserreihen, die je nach Abschnitt ungefähr 200 bis 700 Meter lang sein können.
Dadurch entstehen lange, einheitliche Straßenzüge. Wer durch das Gebiet fährt, nimmt zunächst lediglich ein sehr großes und gepflegtes Wohnviertel wahr.
Diese Bebauungsform erfüllt gleichzeitig eine zweite Funktion: Sie verbirgt Bellaventra.
Bellaventra liegt hinter einer dieser langen Reihenhauszeilen im großen Innenbereich eines Straßenblocks.
Von der Straße aus kann man deshalb nicht erkennen, dass sich hinter den Häusern ein gewaltiger privater Komplex befindet.
Nicht hinter jeder Häuserzeile liegt Bellaventra. Andere Straßenblöcke bestehen tatsächlich lediglich aus Wohnungen, Grünanlagen und den Einrichtungen des neuen Stadtteils. Gerade dadurch fällt der Block, hinter dem Bellaventra liegt, von außen nicht besonders auf.
Die versteckte Lage von Bellaventra
Bellaventra wird bewusst nicht als freistehender Palast mit einer kilometerlangen hohen Mauer präsentiert.
Wer durch das Viertel fährt, sieht lange Reihenhäuser, gepflegte Straßen, Bäume, Grünanlagen und elegante Straßenbeleuchtung.
Dann gelangt man an ein vergleichsweise unauffälliges, aber hochwertig gestaltetes Hoftor.
Man fährt durch dieses Tor – und erst dahinter öffnet sich die eigentliche Dimension von Bellaventra.
Dieser Effekt ist ausdrücklich gewollt.
Zum einen soll die Ankunft nicht wie die Zufahrt zu einer abgeschotteten Festung wirken. Insbesondere Menschen, die Bellaventra zum ersten Mal besuchen, sollen nicht bereits von außen mit einer riesigen Mauer und einem monumentalen abgeschlossenen Anwesen konfrontiert werden.
Zum anderen entspricht diese Lösung den Vorstellungen der Sicherheitsverantwortlichen. Von öffentlichen Straßen aus sollen weder die tatsächliche Größe noch der genaue Aufbau von Bellaventra unmittelbar erkennbar sein.
Bei der Planung im Jahr 2002 kommt hinzu, dass kleine zivile Drohnen zur alltäglichen Luftbeobachtung noch keine Rolle spielen. Vom Boden aus bleibt die Anlage weitgehend verborgen. Erst aus größerer Höhe wird deutlich, was sich tatsächlich hinter den langen Häuserzeilen befindet.
Bellaventra selbst
Bellaventra bildet den privaten Mittelpunkt dieses gesamten Gebietes.
Für den Bau des Baukörpers mit seinen 120.846 m² werden zunächst 1,77 Milliarden Euro angesetzt.
Im Verlauf des Projekts steigen die Kosten jedoch erheblich. Der endgültige Aufwand beträgt rund 3.550.422.937 Euro.
Der enorme Kostenanstieg ist insbesondere auf die außergewöhnlich hochwertige und aufwendige Innenausstattung zurückzuführen.
Infrastruktur und Erschließung
Für die Angestelltenwohnungen und die gesamte zugehörige Infrastruktur werden insgesamt rund 1,35 Milliarden Euro angesetzt.
Dieser Betrag umfasst nicht nur die Errichtung der 2.450 Wohnungen.
Er umfasst ebenfalls die umfangreichen Versorgungs-, Entsorgungs- und Erschließungskosten des neu entstehenden Gebietes.
Dazu gehören insbesondere:
- Straßen,
- Wege,
- Kanalisation,
- Wasserver- und Abwasserentsorgung,
- Kläranlagen,
- zentrale Klimatechnik,
- weitere technische Versorgungsanlagen,
- Parkplätze,
- Straßenbeleuchtung,
- Parkanlagen,
- Grünflächen,
- sonstige Erschließungsarbeiten.
Auch Schulen, Kindergärten und weitere für den neu entstehenden Stadtteil benötigte Einrichtungen werden in das Gesamtkonzept integriert.
Das Viertel soll dementsprechend nicht wie eine reine Ansammlung von Personalwohnungen aussehen. Es entsteht ein richtiger kleiner Stadtteil mit gepflegten Straßen, großzügigen Grünflächen, Parkanlagen und hochwertiger, elegant gestalteter Straßenbeleuchtung.
Technische Anlagen auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn
Ein erheblicher Teil der großtechnischen Infrastruktur soll optisch und akustisch vom eigentlichen Wohn- und Privatbereich getrennt bleiben.
Deshalb werden auch auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn große Grundstücksflächen erworben.
Dort reicht das Gelände nochmals ungefähr 1.000 Meter von der Autobahn weg.
Auf diesen Flächen werden unter anderem große technische Anlagen untergebracht, beispielsweise:
- zentrale Klimaanlagen,
- Kühlanlagen,
- Ver- und Entsorgungstechnik,
- weitere technische Betriebseinrichtungen.
Dadurch können die großen technischen Anlagen für Bellaventra und die übrigen Gebäude außerhalb des eigentlichen Wohn- und Repräsentationsgebietes konzentriert werden.
Ursprüngliches Investitionsprogramm
Zu Beginn besteht das unmittelbare Bauprogramm aus drei großen Blöcken:
1,35 Milliarden Euro für die Angestelltenwohnungen einschließlich Versorgung, Entsorgung, Erschließung und zugehöriger Infrastruktur,
628 Millionen Euro für die erste, etwa ein Viertel umfassende Ausbaustufe des Complejo Voss,
1,77 Milliarden Euro für Bellaventra.
Diese drei Einzelbeträge ergeben rechnerisch 3,748 Milliarden Euro.
Bis Ende 2025 belaufen sich die tatsächlichen Kosten dieser ersten großen Projektbereiche schließlich auf rund 5,929 Milliarden Euro.
Hinzu kommt später die Erweiterung des Complejo Voss um die noch fehlenden drei Viertel für weitere ungefähr 2,828 Milliarden Euro.
Damit erreicht das gesamte Bau- und Entwicklungsprogramm einschließlich der späteren Voss-Erweiterung schließlich eine Größenordnung von rund 8,757 Milliarden Euro.
Beschäftigung und Größenordnung des Stadtteils
Nach vollständiger Entwicklung sollen in dem Gebiet insgesamt ungefähr 8.812 Menschen arbeiten.
Davon entfallen ungefähr:
6.365 Beschäftigte auf den Complejo Voss
und
2.447 Beschäftigte auf Bellaventra.
Für die Mitarbeiter von Bellaventra stehen 2.450 Wohnungen zur Verfügung.
Das gesamte Projekt ist deshalb am Ende weder lediglich ein Firmencampus noch lediglich das Umfeld eines großen Privathauses.
Es ist ein vollständig geplanter neuer Stadtteil mit Unternehmenscampus, Personalwohnungen, Schulen, Kindergärten, Straßen, Parks, Grünanlagen und eigener technischer Infrastruktur.
Der Complejo Voss bildet dabei den großen Unternehmensstandort. Die langen eleganten Reihenhauszeilen bilden das Wohngebiet für die Angestellten von Bellaventra. Und hinter einem dieser scheinbar normalen Straßenzüge liegt – vom Boden aus fast vollständig verborgen – der eigentliche Komplex Bellaventra.
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